Cecile Guidote Alvarez

«Ich male mir eine Welt aus ohne Armut, Verschmutzung, Ignoranz, Ungerechtigkeit. Dies muss, um friedlich zu sein, durch Kultur geschehen. Wir müssen sorgende und teilende Geister und Herzen entwickeln.»

Philippine Educational Theatre Association (PETA) (Philippinische Jugendtheatergruppe);
Movement for a Free Philippines (Initiative Freie Philippinen); International Alliance of Concerned Artists for Human Rights and Peace (ACAHRP) (Künstler für Menschenrechte und Frieden)

 

Cecile Guidote Alvarez, geboren 1943, gründete die Philippine Educational Theatre Association (PETA), eine wegweisende Theatergruppe, die Künstler/-innen und ihr Publikum durch Kinder-, Schul- und lokales Theater intensiv schulte. Seit 38 Jahren stellt PETA soziale Themen in originalen philippinischen Stücken dar, wobei sie die Sprache des Volkes und alternative Theaterräume benutzt. Heute ist Cecile Guidote Alvarez geschäftsführende Direktorin der National Commission for Culture and the Arts (Nationale Kommission für Kultur und Künste) und wurde als "kulturelle Fürsorgerin" bezeichnet.

 

Cecile Guidote Alvarez hat dem philippinischen Publikum jahrelang als Theaterkünstlerin, Produzentin, Direktorin und Gründerin kultureller Bewegungen gedient. Als 16-jähriges Talent bei der Paulinian Players Guild wurde sie aufgefordert, sich dem Theater der Ateneo-Sommeruniversität anzuschließen, wo sie eine Theatergruppe mit behinderten Kindern an der orthopädischen Landesklinik erlebte. Als sie sah, wie die Kinder aus ihrer Hoffnungslosigkeit auftauchten und Vertrauen gewannen, erkannte Cecilie, dass die Kunst die Kraft hat, marginalisierte Jugendliche in kreative Menschen zu verwandeln. Mit 18 führte Cecile Regie bei der preisgekrönten Fernsehserie über Jugendprobleme, "Teenagers". Nach dieser frühen Erfahrung hat sie sich ein Theater vorgestellt, das nicht nur unterhaltend ist, sondern auch ein bedeutender sozialer Ort, wo die Hoffnungen der Filipinos und Filipinas artikuliert werden konnten. Von 1964 bis 1967 studierte sie an der State University of New York und an der Trinity University in Texas. 1967 kehrte sie heim mit ihrer Examensarbeit "Prospectus for a National Theatre", in der sie ihre Vision eines philippinischen Nationaltheaters vorstellte. Sie wurde zur Grundlage für PETA, die Cecile 1967 gründete und leitete. Seit 38 Jahren bildet PETA Künstler und Künstlerinnen aus, die erfolgreich Karriere im Theater und in der Filmindustrie machten. Die wegweisende Theaterbewegung hat Zweigstellen für Kinder-, Schul- und lokales Theater sowie für traditionelle Künste. Heute, als Direktorin der Nationalen Kommission für Kultur und Künste, setzt Cecile ihr lebenslanges Engagement in der "kulturellen Fürsorge" fort, indem sie Straßenkindern sowie behinderten und zur indigenen Bevölkerung gehörenden Jugendlichen eine kostenlose künstlerische Schulung anbietet. Cecile bezeugt, dass "die Kunst eine friedliche und machtvolle Möglichkeit der Wertevermittlung ist".

 

Vor den 1960ern war Theater auf den Philippinen die Domäne der Elite. Die philippinische Bevölkerung wurde kulturell von den Vereinigten Staaten dominiert und hatten kaum Kenntnis vom asiatischen und nicht-westlichen Theater. Es gab keine staatliche Unterstützung für das Theater und die Theaterkunst kam im Lehrplan der Schulen nicht vor.

 

Südostasien | Philippinen
Kapitel: Kulturelles Verständnis