Purevsuren Choijamts

«Der Staat hat sein Wirken in den ländlichen Kommunen hier praktisch eingestellt. NGOs leisten harte Arbeit, aber sie haben oft Probleme. »

Purevsuren Choijamts (geboren 1957) schloss ihr Studium der Hydro-Geologie an der Technischen Universität von Mongolien ab. 2002 gründete sie das Natur und Frauen Zentrum, um für ökologische Bildung und Bewusstseinsänderung zu arbeiten. Ihr landesweites Projekt, ökologisch reinen Haushaltsbrennstoff einzuführen, wird als in ökologischer und wirtschaftlicher Hinsicht sehr wichtig eingestuft. Purevsuren ist eine effiziente Organisatorin und Förderin der Entwicklung kleiner Geschäftsprojekte in den armen Gobi-Gebieten und arbeitete in Zusammenarbeit mit der Weltbank zugunsten der Viehhüterfamilien.

 

Purevsuren, die im Khangai Wald-Steppengebiet geboren wurde, fürchtete sich vor Kamelen, als sie als Freiwillige in die Gobi-Wüstenregion kam. Dann aber fertigte sie eine Landkarte für die Weidenbewirtschaftung in der Süd Gobi Provinz an, die von lokalen Landesverwaltungen und Viehzüchterhaushalten benutzt wird. Sie reorganisierte die Wasserbewirtschaftungspläne in Gobi und anderen Trockengebieten im Rahmen ihres Wasser-21 Projekts. Die praktisch orientierte Purevsuren besorgte Gelder aus Holland, um Brunnen in Süd Gobi und anderen Trockengebieten zu reparieren.
Es gibt über 190.000 nomadische Viehhüterfamilien in Mongolien, von denen 86 Prozent arm sind, mit weniger als 200 Tieren in ihrem Besitz. Die sich schnell vermindernde Bewaldung verschlimmert ihre Situation. Purevsurens Schulungstätigkeit und organisatorische Fähigkeiten trugen dazu bei, diesen Gemeinden zu helfen, kleine Unternehmen aufzubauen, die verschiedene Waren herstellen und vermarkten, viele davon durch Mikrokredite der Weltbank. Sie half auch bei der Wiederbelebung uralter lokaler Traditionen der Silberschmiedekunst. Das von ihr gegründete Natur und Frauen Zentrum arbeitet zur Verbesserung der ökologischen Bildung und für den Einsatz von ökologisch sauberen Technologien. Ihre neue Technologie des Brennstoffs aus gepresster Kohle für den Alltagsverbrauch der Haushalte kann auch zur Reduzierung der Luftverschmutzung in Stadtgebieten beitragen. "Der Staat hat sein Wirken in den ländlichen Kommunen hier praktisch eingestellt. NGOs leisten harte Arbeit, aber sie haben oft Probleme. Einmal sagte mir ein höherer Beamter, er würde zu meiner Schulung kommen, wenn ich ihn dafür bezahle." Sie glaubt, dass die Regierung nur Erklärungen auf dem Papier macht. Unter diesen Bedingungen ist Purevsurens Maßnahme, Ökologiestudierende dazu zu bringen, 3.000 Büsche im nationalen Schutzgebiet Bogdo-Uul zu pflanzen, doppelt bedeutsam.

 

Die Betonung auf wirtschaftliches Wachstum hat dazu geführt, dass sich die natürliche Umwelt in Mongolien schneller verschlechtert als vorher. NGOs versuchen, das zu verhindern. Die Regierung gab nur Erklärungen auf dem Papier ab, obwohl das Programm der "Grünen Mauer" einige Änderungen mit sich bringen könnte.

 

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Kapitel: Wirtschaftliche Rechte und Lebensunterhalt