Eva Alterman Blay

«Frieden heißt Freiheit, Gleichbehandlung und nicht von irgendwem oder irgendwas kontrolliert zu werden. »

Núcleo de Estudos da Mulher e Relações Sociais de Gênero (NEMGE) (Center for the Study of Women and Gender) (Zentrum für Frauen- und Genderstudien)

 

Eva Alterman Blay (geboren 1937) ist eine der ersten Intellektuellen, die Gender-Themen an die Universität brachten. Sie erlebte in den 1960er und 1970er Jahren nicht nur die Zensur der Militärregierung, sondern auch Vorurteile, weil andere Akademiker/-innen es für ein "unbedeutendes Thema" hielten. Sie gründete das Zentrum für Frauen- und Genderstudien (NEMGE) an der Universität São Paulo. Sie wurde Senatorin und führte den Vorsitz im Staatsrat für die Lage der Frauen in São Paulo.


 

Die 1960er. Linksgerichtete politische Parteien machten gegen das Gewaltregime mobil. Junge Akademiker/-innen und Revolutionäre/-innen atmeten marxistische Ideen. Eva Blay, die eben ihren Abschluss in Sozialwissenschaft gemacht hatte, wählte als Thema für ihre Masterarbeit: die Arbeiterin. "Die Menschen lachten mich aus. Die Situation der Frauen zu untersuchen, erschien ihnen irrelevant und unpolitisch." In den Fabriken erkannte Eva, dass es wirklich ein "unwichtiges" Thema war: Frauen hatten keinerlei Rechte. "In einer Nagelfabrik fand ich ein neugeborenes Baby in einem Schuhkarton. Die Mutter hatte keinen Ort, wo sie ihr Baby lassen konnte." Aus Eva Blays Masterarbeit ist ihr erstes Buch entstanden: "I have no place to live – Study of the Worker's Villages in São Paulo" (Ich habe keinen Platz zum Leben – Studie über die Arbeiterviertel in São Paulo). Ihr anfangs einsamer Kampf wuchs mit der Entwicklung der feministischen Bewegung im Land. Sie war Mitbegründerin der Feministischen Bewegung für Amnestie.
Die 1980er. Als das Land sich im Übergang zur Demokratie befand, unterstützte Eva die Gründung spezifischer öffentlicher Richtlinien für Frauen. Als Leiterin des Staatsrates für die Lage der Frauen in São Paulo half sie, eine Kindertagesstätte – es gab nur eine in der Stadt – und das erste der Unterstützung von Frauen gewidmete Polizeirevier einzurichten. Sie richtete die Aufmerksamkeit der Regierung auf kontroverse Themen wie gleiche Bezahlung und ein System zur Motivation von Frauen, sich für politische Ämter zu bewerben. Sie setzte ihre Karriere als Professorin an der Universität São Paulo fort und gründete dort 1985 das Zentrum für Frauen- und Genderstudien (NEMGE). 1992 wurde sie Senatorin, ihre Amtsperiode endete 1995. Als Professorin und wissenschaftliche Direktorin des NEMGE gibt sie immer noch ihr Bestes im Kampf für die Rechte der Frauen.

 

In den letzten drei Jahrzehnten hat die feministische Bewegung Brasiliens – die Eva Blay mitbegründete und stärkte – mehr als 3.000 Gruppen organisiert, die im Land auf verschiedenen Gebieten tätig sind: Nichtregierungsorganisationen, politische Parteien, Gewerkschaften, Universitäten, autonome Gruppen.

 

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