Sheila Didi

«Sheila Didi kämpft gegen viele Formen von Ungerechtigkeit gegen Frauen - am Arbeitsplatz, als Zielscheibe im gewaltsamen Kampf der Religionsgruppen und als Opfer häuslicher Gewalt. »

Aruna Asaf Ali Memorial Trust (AAAMT) (Aruna Asaf Ali Gedenkstiftung)

 

Seit ihrer Kindheit hat sich Sheila Didi (geboren 1928) für verschiedene Anliegen eingesetzt: zuerst für die Unabhängigkeit in Kenia, wo sie aufwuchs; an der Universität nahm sie sich dann der Studenten- und der Friedensbewegungen an; in Indien, wo sie seit 50 Jahren lebt, ist Sheila eine treibende Kraft in der Gewerkschaftsbewegung im nordindischen Staat Punjab gewesen. Sie hat außerdem gegen viele Formen der Ungerechtigkeit gegen Frauen gekämpft - am Arbeitsplatz, als Zielscheibe bei Kämpfen der Religionsgruppen und bei bewaffneten Konflikten oder als Opfer häuslicher Gewalt.

 

Als Schulkind in Nairobi hat Sheila Didi bereits zwei Unabhängigkeitsbewegungen miterlebt und an Demonstrationen in Kenia gegen Apartheid und für Unabhängigkeit teilgenommen. An der Universität in Cardiff, Südwales, wo sie Wirtschaft studierte, und während ihrer Ausbildung zur Rechtsanwältin im Lincoln's Inn war sie ebenfalls aktiv. Als Sheila 1956 nach Indien kam und einen Gewerkschaftsführer heiratete, veränderte sich ihr Leben, ihr Engagement und Einsatz in Bewegungen für Rechte jedoch nicht. Zusammen mit ihrem Mann mobilisierte sie Arbeiterinnen in der Textilindustrie für bessere Entlohnung und Arbeitsbedingungen. Ihre Bemühungen trugen in der Stadt Ludhiana Früchte. Sheila arbeitete auch direkt unter städtischen und ländlichen Frauen durch die Hilfsorganisation Punjab Istri Sabha, ein Arm des Nationalen Frauenbunds, um ihnen ihre Rechte bewusst zu machen.
Ihr Mann wurde 1965 Generalsekretär des Kongresses der Gewerkschaften von Punjab. 1966 zog sie in die Stadt Chardigarh und begann als Anwältin am Obersten Gericht von Punjab und Haryana zu arbeiten. Sie hatte drei Kinder, alle noch unter zehn. Trotzdem fand Sheila auch noch die Zeit, in den Slums von Chardigarh unter Anleitung der Generalsekretärin von Punjab Istri Sabha eine Frauenbewegung zu organisieren. Sie arbeitete eng mit der Hilfsstiftung von Punjab Istri Sabha zusammen zur Unterstützung von Witwen und Kindern, die vom inzwischen beendeten separatistischen Kampf betroffen waren. Als der Kampf nachgelassen hatte, hat die Bewegung ihre Ziele auf Gleichheit, Frieden, Eliminierung der Armut, Demokratie, Säkularismus und soziale Gerechtigkeit ausgerichtet. Sheila engagiert sich in der Aruna Asaf Ali Gedenkstiftung (AAAMT), die Maßnahmen für den sozioökonomischen Aufstieg von Frauen koordiniert, Schulen für Straßenkinder und ein Beratungszentrum für Ehe- und andere Probleme unterhält sowie Workshops für Bedürftige durchführt.

 

Der jahrzehntelange separatistische Kampf in Punjab hat von allen Opfer gefordert, vor allem aber von Frauen und Kindern. Seit dem Abklingen der Kämpfe haben sich die Ziele der Progressiven verändert, hin zu einer grundlegenderen Entwicklung.

 

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Kapitel: Politik und Regierungsführung