Indira Shreshtha

«Ich glaube, dass jede Entwicklung beim Individuum beginnt und im weitesten Sinne eine spirituelle Dimension hat.»

Strii Shakti (Macht der Frauen)

 

Indira Shreshtha arbeitet seit 25 Jahren zu allen Aspekten von Gender, nachhaltiger Entwicklung und Friedensfragen in Nepal. Als Gründerin und Leiterin von Strii Shakti (Macht der Frauen) in Konfliktregionen Nepals ist Indira im Rahmen eines nationalen Gender- und Friedensnetzwerkes als Beraterin, Trainerin, Planerin und Analytikerin tätig und kritisiert patriarchats- und klassenbasierte Vorurteile in mutinationalen Entwicklungsprogrammen. Mit ihrer bahnbrechenden Studie über inhaftierte Frauen hat sie gezeigt, wie sehr Frauen unter den Folgen von Engstirnigkeit im Justizsystem zu leiden haben.

 

Die Konfrontation zwischen Regierung und maoistischen Aufständischen war eine Herausforderung, barg aber auch eine Chance für Indira Shreshtha und ihre engagierten Mitarbeiter/-innen. Ihre NGO Shtrii Shakti wurde 1991 gegründet und richtet sich an die Landbevölkerung Nepals, die um Grundbedürfnisse wie Nahrung, Kleidung und Unterkunft ringt, während sie mit den Auswirkungen des Konflikts zu kämpfen hat. Indiras Organisation hat aus zwölf Dorfentwicklungskomitees in drei Regionen, die am stärksten von den Aufständen betroffen waren, soziale "Mobilisatoren/-innen" ausgebildet. Sie war eine Vorkämpferin von Friedensinitiativen und hat im Mai 2002 Unterschriften von Frauen unterschiedlichster Herkunft als Symbol pazifistischer Frauensolidarität gesammelt. Strii Shakti pflanzt auch Bäume und veranstaltet jährliche Friedensmärsche in Swayambhunath, um am 6. August jeden Jahres den Internationalen Friedenstag zu begehen.
Außerdem hat Indira Themen wie Gewalt gegen Mädchen und Frauen aufgegriffen und war Teil eines Vier-Frauen-Teams, das in den 1980er Jahren den Status von Frauen in Nepal untersucht und zehn Bänder darüber publiziert hat. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin hat sie eine Untersuchung von offiziellen Entwicklungsprogrammen, die von multinationalen und bilateralen Gebern/-innen unterstützt werden, durchgeführt. Unter Berücksichtigung einer feministischen Perspektive haben sie die patriarchalen und elitären Tendenzen, die diesen Programmen zugrunde liegen, angeprangert.
Als gut ausgebildete Tochter einer Mittelstandsfamilie hat sich Indira unmittelbar im Anschluss an ihr Studium in Kathmandu und an der Universität von Wales in der Entwicklungsarbeit engagiert und ist dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) beigetreten. Sie war die erste Frau, die in Nepal eine NGO leitete und ihre Arbeit hat zur Anerkennung von Gender-Belangen beigetragen.

 

Der Aufstand der Maoisten/-innen fand 1996 statt. 2001 ist dann die Armee einmarschiert und hat die Gewalt noch verstärkt. Frauen sind häufig gezwungen, eine Seite zu unterstützen, um dann von der anderen Seite dafür bestraft zu werden. Tausende sitzen seit den Unruhen fest und das Land ist gezwungen, seine Sozial- und Machtstrukturen zu überdenken.

 

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Kapitel: Justiz