Wahu Kaara

«Die Frauen Afrikas sterben nicht mehr für Afrika, sie wollen für Afrika leben.»

Kenya Debt Relief Network (KENDREN) (Netzwerk zum Schuldenerlass Kenias)
African Social Forum (Afrikanisches Sozialforum)
Kenya Social Forum (Sozialforum Kenia)

 

Wahu Kaara, eine 53-jährige Witwe, beschreibt sich selbst als globale Aktivistin für soziale Gerechtigkeit. Sie sei von klein auf radikal gewesen, sagt die frühere Geschichts- und Kisuaheli-Lehrerin, die seit 30 Jahren an der Förderung sozialer Gerechtigkeit und ökonomischer Demokratie beteiligt ist. Ihre politischen Aktivitäten definieren ihr radikales Wesen. Trotz Unterdrückung vonseiten der Regierung und der schwierigen Zeit des Exils ihres Ehemannes, hat sich die Mutter von vier Kindern immer lokal engagiert und ist heute international im Africa Social Forum sowie im Kenya Debt Relief Network tätig.

 

"Ich wollte, dass meine Schüler/-innen keine Stereotypen werden“, sagt die leidenschaftliche Wahu. "Jedes menschliche Wesen ist wichtig und hat einen Platz im Leben.“ Ihre eigene Rolle war von Politik definiert. Während ihres Studiums in den 1970er Jahren kam sie mit der Idee des Kommunismus und den Idealen von Recht und Gerechtigkeit in Berührung. Das politische Bewusstsein, das sie damals erwarb, war seitdem ihre größte Stärke. Wahu begann als Lehrerin zu arbeiten, später wurde sie Rektorin an einer Schule auf dem Land. Nach der Geburt einer Tochter und dreier Söhne wandte sie durch eine politische Laienspielgruppe ihre Aufmerksamkeit der staatlichen Unterdrückung zu. 1986 wurde ihr Ehemann ins politische Exil ins benachbarte Tansania gezwungen. Er ließ sie mit ihren vier Kindern zurück, alle jünger als zehn Jahre. Nur unter größten Opfern konnte sie ihre Familie durchbringen. In den 1990er Jahren begann in Kenia der Demokratisierungsprozess und Wahu war aktiv dabei, Organisationen zu gründen. Ihre erste Erfahrung in der Mobilisierung von Menschen war an der "Freedom Corner" im Uhuru-Park in Nairobi, wo politische Aktivist/-innen die Mütter von politischen Gefangenen darin unterstützten, die Freiheit ihrer inhaftierten Söhne zu fordern. Politisches Bewusstsein, vor allem für Frauen, sei im Kampf für Menschenrechte und ökonomische Demokratie entscheidend, sagt sie. "Frauen sind dafür verantwortlich, Leben zu erhalten. Doch ihre Ideen werden bei Entscheidungen oft nicht akzeptiert.“ Dies gelte für Frauen in aller Welt. Die couragierte und direkte Wahu kennt die Ideen von Wirtschaftler/-innen wie George Soros und arbeitet heute für KENDREN. Dies hat ihr eine internationale Plattform verschafft. Sie ist auch für das African Social Forum tätig, dessen Ideen sie an der Basis umsetzt. Wahu sagt selbstbewusst: "Afrikanische Frauen sterben nicht mehr für Afrika, sie wollen für Afrika leben.“

 

In den frühen 1990er Jahren setzte in Kenia der Demokratisierungsprozess ein. Dem war internationaler Druck vorausgegangen, ein Mehrparteiensystem einzuführen. Bis dahin hatte eine einzige Partei, KANU, Kenia regiert. Zu den ersten Zeichen eines demokratischen Wandels gehörte 1992 eine Demonstration zur Freilassung politischer Gefangener in Nairobis Uhuru-Park.

 

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Kapitel: Politik und Regierungsführung