Zilda Arns Neumann      

«Wenn ich glaube, das etwas der Menschheit dienen könnte, gebe ich alles dafür.»

Pastoral da Crianca (Kinderseelsorge)

 

Zilda Arns Neumann (geboren 1943) ist Ärztin für Pädiatrie und Hygiene sowie Gründerin und nationale Koordinatorin der Kinderseelsorge, einer ökumenischen Organisation der Nationalen Bischofskonferenz Brasiliens (BNCB). Sie ist außerdem Präsidentin der Bereichsübergreifenden Kommission für Indigene Gesundheit. Vor kurzem übernahm sie die Koordination für ältere Menschen. Die Mutter von fünf Kindern sammelt nationale und internationale Auszeichnungen in Anerkennung ihrer Arbeit für die Kinderseelsorge.

 

Zilda Arns Neumann wurde in einer kleinen Gemeinde im Staat Santa Catarina in Südbrasilien geboren. Forquilinha war so klein, dass sich alle kannten. Als Kind hatte Zilda Arns die Eingebung für ihre Zukunft: "Meine Mutter lernte Medizin aus deutschen Büchern. Sie wusste, ob Menschen ins Krankenhaus gehen mussten oder zu Hause behandelt werden konnten." Ein anderes Merkmal der Familie war Disziplin. "Wir mussten sehr früh aufstehen, um die Kuh zu melken." Laut Zilda war diese Disziplin günstig: "Ich habe keine Schwierigkeiten, sehr früh aufzustehen und vor einem 15-stündigen Arbeitstag zu stehen." In Zildas Tagesablauf gibt es immer etwas zu tun. Sie koordiniert eine wahre Fabrik für solidarische Information. Die Kinderseelsorge, 1983 gegründet, ist in 36.258 Gemeinden präsent, verteilt über mehr als 3.557 brasilianische Städte. Die Arbeit basiert auf Freiwilligen. Die Philosophie dahinter ist, nicht Brot zu verteilen, sondern Information zu vervielfachen.
Information kann den Unterschied zwischen Leben und Tod für Kinder im Alter von einem Tag bis zu sechs Jahren bedeuten. Schwangere und arme Mütter werden über Ernährung, Pflege, Nahrungszubereitung, die richtige Verwendung von Trinkwasser, die Herstellung hausgemachter Salzlösung und die Grundlagen der Hygiene informiert. Um die Fortschritte festzustellen, gibt es den "Wiege-Tag" - auch bekannt als Tag der "Feier des Lebens". Die Kinder werden wöchentlich gewogen, während Mütter und Großmütter Informationen und Wissen austauschen. Nach mehr als 20-jähriger Arbeit für die Kinderseelsorge kann Zilda bestätigen, dass "die Frauen sehr kreativ sind und eine unglaubliche Kraft haben". Zilda ist Katholikin. Sie glaubt, dass Hoffnung, mit Solidarität verbunden, das Gegenmittel gegen Armut ist. "Gott hat keine Ungerechtigkeiten erschaffen. Sie wurden von Menschen gemacht." Schlussfolgerung: Die Gesellschaft muss die Ungleichheiten lösen.

 

Die Kinderseelsorge arbeitet mit über 242.000 Freiwilligen, überwiegend Frauen. Sie erreicht 1,3 Millionen arme Familien. Ihre Aktionen bewirken einen Rückgang der Kindersterblichkeit. Die Arbeit ist so effektiv, dass die Kinderseelsorge als Vorbild für andere Länder gedient hat.

 

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Kapitel: Gesundheit