Kongosi Onia Mussanzi

«Ich warte sehnlichst auf den Tag, an dem ich heimkehren kann, um weiter am Friedensprozess mitzuarbeiten.»

Centre Médical Evangélique (CME) (Evangelisches Medizinisches Zentrum)
Centre Résolution Conflits (CRC) (Zentrum für Konfliktlösung)

 

Zehn Jahre lang trat Kongosi Onia Mussanzi (52) für den Frieden ein und hielt Kampagnen dafür ab. Sie ist Mitbegründerin des Centre Résolution Conflits (CRC) in der Demokratischen Republik Kongo (DRK), musste aber wegen Todesdrohungen nach England fliehen. Sie engagiert sich bei Konfliktlösung, Traumaberatung und Versöhnung, arbeitet mit NGOs, Kirchen und politischen Führungspersonen, mit Studierenden und mit traumatisierten Frauen, die vergewaltigt worden waren. Als Friedensstifterin arbeitet sie jetzt global: In Zusammenarbeit mit Tearfund und Amnesty International hält sie in ganz Großbritannien Vorträge.

 

Als die Bedingungen sich verschlechterten, wuchsen die Gefahren. Sie musste sich mit ihren Kindern im Busch verstecken. Dann griffen Soldaten, die Laurent Kabila unterstanden, ihre Heimatstadt Nyankunde an. Sie musste nach Bunia umziehen, aber sie reiste weiterhin in die Gemeinden, um die Menschen dort mit Lebensmitteln zu versorgen. 2002 wurde die Bedrohung so stark, dass sie nach England floh, wo sie jetzt Flüchtlingsstatus genießt. Da sie ihren Traum vom Frieden auch Tausende von Kilometern von ihrer Heimat entfernt nicht aufgegeben hat, hält sie in Großbritannien Vorträge und arbeitet mit Institutionen wie Action for Conflict Transformation (Aktion für Konflikttransformation).
Kongosi Mussanzi schloss ihr Studium in Erziehungswissenschaft und Psychologie mit dem Master ab und arbeitete als Lehrerin, bevor sie die innerbetriebliche Buchprüfungsabteilung des Centre Médical Evangélique (CME) in der DRK leitete. 1993 gründete Kongosi Mussanzi mit ihrem Mann das Centre Résolution Conflits (CRC) (Zentrum für Konfliktlösung). Sie engagierte sich in der Friedenserziehung, Konfliktlösung, Versöhnung und Traumaberatung und arbeitete mit NGOs, Kirchen, politischen Führungspersonen, Studierenden, Jugendlichen und Frauen, die vergewaltigt worden waren.
Kongosi nahm 2000 an einem Intensivtraining von Working With Conflict (Mit Konflikten Arbeiten) teil. Später wurde sie Direktorin des CRC, während ihr Mann in England studierte. Sie wartet sehnlichst auf den Tag, an dem sie heimkehren kann, um weiter am Friedensprozess mitzuarbeiten.

 

Die östlichen Provinzen der Demokratischen Republik Kongo und die Ituri-Provinz sind bekannt für ihre Menschenrechtsverletzungen: erschreckende Gewalttaten und Plünderungen. Das Land erholt sich langsam und bereitet Wahlen vor, aber mit wenig Überzeugung, da unkontrollierbare Fraktionen die politische Schlacht um die Vorherrschaft zu beherrschen suchen.

 

International | Demokratische Republik Kongo
Kapitel: Versöhnung und Wiederaufbau