Shehla Zia      

«Shehla Zia hat 35 Jahre lang die gesetzmäßigen Rechte von Frauen in Pakistan geschützt, sowohl als praktizierende Anwältin als auch in ihrer Arbeit mit einer führenden NGO für Frauen-Empowerment.»

Aurat Foundation (Aurat-Stiftung)

 

Shehla Zia (1947 bis 2005) war eine ausgebildete Rechtsanwältin, spezialisiert auf Straf- und Verfassungsrecht, die sich sowohl als praktizierende Anwältin als auch in ihrer Rolle als eine der Direktorinnen der Aurat-Stiftung, einer führenden NGO für Frauen-Empowerment, 35 Jahre lang für den Schutz der Rechte von Frauen in Pakistan eingesetzt hat. Shehla war auch Direktorin des Programms der Stiftung zur Überwachung der Legislative, das die Mitwirkung von Frauen an der Gesetzgebung beaufsichtigt.

 

Die gesetzmäßigen Rechte von Frauen waren seit Beginn ihrer Karriere Shehlas Schwerpunkt. Eine der bahnbrechenden Anwältinnen Pakistans, schloss sie in den späten 1960ern ihren Bachelor an der Punjab Universität ab. Die nächsten elf Jahre arbeitete sie als Anwältin in einer auf die juristischen Rechte von Frauen spezialisierte Sozietät. Anschließend wurde sie Sozia bei AGHS Law Associates, einer bekannten, von Frauen geführten Kanzlei, wo sie fünf Jahre arbeitete. 1986 trat Shehla als Mit-Direktorin der Aurat-Stiftung bei und wurde Direktorin seines Programms zur Überwachung der Legislative. Sie konzentrierte sich auf Fragen der gesetzlichen und verfassungsmäßigen Rechte, der politischen Bildung für und Mitwirkung von Frauen in der Legislative, Gender-Sensibilisierung für NGOs und Regierungsbeamte/-innen und Fragen der Regierungsführung. Shehla arbeitete mit anderen NGOs zusammen und trug zu nationalen und internationalen politischen Debatten bei. 2001 war sie Beraterin für die Überprüfung des Frauen- und Kinderprogramms der AGHS Rechtshilfe. Sie erstellte Broschüren zum Arbeitsrecht für Fabrikarbeiterinnen und trug zum Thema Frauenentwicklung im 8. Nationalen Fünf-Jahres-Plan bei. 1999 recherchierte sie für einen Bericht über die Mitwirkung von Frauen am politischen und öffentlichen Leben Pakistans, als Teil eines größeren Projekts des International Women's Rights Action Watch-Asia Pacific, zur Überprüfung, ob Regierungen ihre Verpflichtungen zur Gleichbehandlung von Frauen erfüllten. Sie untersuchte die rechtliche Stellung von Frauen in Pakistan und das rechtliche und politische Gefüge, in dem NGOs operieren. Sie hat zum Thema Macht und Entscheidungsfindung am Bericht ihres Landes für die Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking und am Bericht einer nationalen Untersuchungskommission über politische Mitwirkung von Frauen, Gewalt gegen Frauen und das Recht auf Entwicklung mitgewirkt.

 

Die juristischen und verfassungsmäßigen Rechte von Frauen, politische Bildung, Mitwirkung in der Legislative, Gender-Sensibilisierung von NGOs und Fragen der Regierungsführung sind in Pakistan radikale Anliegen geworden.

 

Südasien | Pakistan
Kapitel: Politik und Regierungsführung