Xiuyun Shang

«Eine Person mehr zu verbessern, bedeutet etwas mehr Frieden für die Gesellschaft. Das wird Generationen heute und in Zukunft zugute kommen. Dem muss ich all meine Kraft und mein Herz widmen.»

People’s Court of Haidian District, Beijing (Volksgericht des Bezirks Haidian in Peking)

 

Shang Xiuyun (62) ist Mitglied der Kommunistischen Partei und Vize-Vorsitzende des Zweiten Gerichts am Volksgericht des Bezirks Haidian in Peking. Bekannt als "Mutter Richterin" hat sie eine große Zahl jugendlicher Straftäter und Straftäterinnen transformiert und sie dazu ermuntert, zu lernen und an ordentlichen Aktivitäten teilzunehmen.

 

Shang Xiuyun ist Vize-Vorsitzende des Zweiten Gerichts am Volksgericht des Bezirks Haidian in Peking und verantwortlich für Fälle jugendlicher Straftäter/-innen. Sie erinnert sich an den Fall eines stillen und freundlich aussehenden Mädchens, das aufgrund von Gruppendruck zur Diebin geworden war. Sie konnte kaum glauben, dass dieses hübsche, ruhige Kind, fast im gleichen Alter wie ihre eigene Tochter, eine Gewohnheitsdiebin war. Sie fühlte sich ihr gegenüber verantwortlich und traf sich mehrere Male mit dem Mädchen und seinem Vater, um die Familie zu ermutigen, das Mädchen zu unterstützen und zu stärken.
Im September 1987 verzeichnete der Bezirk Haidian eine steigende Zahl junger Straftäter/-innen und beschloss, spezielle Jugendgerichte einzusetzen, um flexibler bei der Durchsetzung des Rechts, der Bestrafung und der Durchführung von Präventivmaßnahmen zu sein. Shang war eine der ersten Richter/-innen, die zu diesen Gerichten berufen wurde. Trotz eines anfänglichen Mangels an Erfahrung und mangelndem Verständnis von Seiten der Öffentlichkeit, drängte Shang mit großem Verantwortungsbewusstsein voran. In diesen Jahren hörte sie selten auf zu arbeiten. Bei jedem Wetter war sie noch lange nach offiziellem Arbeitsschluss in ihrem Büro zu finden. Oft arbeitete sie noch im Bus nach Hause und obwohl gut meinende Kollegen/-innen es ihr auszureden versuchten, antwortete sie stets mit einem dankbaren Lächeln und sagte still: "Ich bin es gewöhnt." Auf diese Weise gab "Mutter Richterin" ihre Liebe an die jugendlichen Straftäter/-innen weiter. Sie ist überzeugt, dass alle Kriminellen gebessert werden können.
Für keinen einzigen der 710 Fälle (1.300 Angeklagte), bei denen sie in den vergangenen 17 Jahren den Vorsitz führte, ist je ein Wiederaufnahmeverfahren beantragt worden. Zwölf "ihrer Kinder" haben es geschafft, an wichtigen staatlichen Universitäten wie Tsinghua und Peking zu studieren.






 

Eine Zunahme bei der Anzahl jugendlicher Straftäter/-innen in Pekings Bezirk Haidian führte 1987 zur Schaffung spezieller Jugendgerichte. Dies ermöglichte größere Flexibilität bei der Gesetzesanwendung, Strafe und Vorbeugung und verband diese Maßnahmen mit Anteilnahme und Unterstützung durch die Familie und die Gesellschaft.

 

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