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Farha Ciciek

«Frauen neigen dazu, die aus Konflikten entstehenden Probleme anders zu lösen als Männer. Männer konzentrieren sich auf politische Verhandlungen, Frauen darauf, wie man das Leben erhalten und überleben kann.»

Pesantren
Community Development Association (P3M) (Assoziation für Gemeindeentwicklung)
Rahima

 

Farha Ciciek (geboren 1963) ist eine Kämpferin für Frauenrechte im Islam und eine von Indonesiens führenden Vermittlerinnen und Trainerinnen zu Geschlechterrollen und Islam. Sie arbeitet für Pesantren, ein islamisches Internat, für die Assoziation zur Gemeindeentwicklung (P3M) und für Rahima, ein Zentrum für Frauenrechte und islamisches Informations- und Schulungszentrum. In den 13 Jahren ihrer engagierten Arbeit hat sie die Debatte über Frauenrechte im Islam bereichert und zu interkulturellen und interreligiösen Bemühungen für Friedensaufbau und Demokratie beigetragen.

 

"Dies war eine wichtige Erfahrung in meinem Leben. Es war wirklich interessant zu sehen, wie Frauen verschiedener Klassen und politischer Ideologien auf ein gemeinsames Ziel hin zusammenarbeiten", sagt Farha Ciciek über ihre Mitwirkung im Freiwilligen-Team für die Menschlichkeit, einer Unterstützungsgruppe für die Opfer von Vergewaltigungen während der Ausschreitungen vom Mai 1998 in Indonesien. Es war das erste Mal, dass sie mit einer Gruppe arbeitete, in der Menschen aus verschiedenen religiösen, rassischen, ethnischen und sozialen Klassen sowie mit unterschiedlichem politischem Hintergrund in Solidarität für eine gemeinsame Sache vereint waren: die chinesisch-indonesischen Frauen, die vergewaltigt wurden. Farha erkannte, dass dies während der "Neuen Ordnung" des Suharto-Regimes nicht möglich gewesen wäre, als die Regierung die Menschen nach Rasse, Ethnizität und politischem Hintergrund trennte. Sie erinnert sich, wie ihre Arbeit mit den Vergewaltigungsopfern sie geistig und seelisch bewegte, als sie sich bei den Erzählungen aus erster Hand mit Einzelheiten dessen befassen musste, was die Frauen durchgemacht hatten. "Ich war nicht stark genug", gibt sie zu. Aber durch diese Erfahrung lernte sie, dass Frauen und Männer unterschiedliche Arten haben, Konflikte zu lösen.
Farha begann ihre Karriere als Forscherin, aber in den späteren achtziger Jahren begann sie zu Gender-Themen im Islam zu arbeiten. Sie ist Direktorin von Rahima und Gründerin der Puan Amal Hayati Stiftung, eines Krisenzentrums für islamische Frauen. Heute sagt sie als führende Vermittlerin und Trainerin zu Gender und Islam, dass Gewalt gegen Frauen in den Gemeinden von Pesantren ein "erhebliches Problem" darstellt, besonders weil die Diskriminierung von Frauen dem Koran widerspricht, der betont, dass die islamische Tradition pluralistisch ist und nicht diskriminiert aufgrund von Geschlecht, Rasse oder Ethnizität.

 

In vielen Gemeinwesen Indonesiens wird der Islam dogmatisch praktiziert. Religiöse Werte und patriarchalische Kultur haben die Art beeinflusst, wie Frauen ihr Leben leben. Über Frauenrechte im Islam zu sprechen, kann als Widerspruch zur heiligen Religion selbst verstanden werden.

 

Südostasien | Indonesien
Kapitel: Gewalt gegen Frauen