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Anita Batris Amiro

«Ich nutze mein Talent als Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin, um die Vielfalt der Völker und Kulturen, die Mehrsprachigkeit und die Vielfalt der Religionen in unserer sudanesischen Gesellschaft zu feiern.»

Kwoto Cultural Centre (KCC) (Kwoto Kulturzentrum)

 

Anita Batris Amiro, geboren 1932, ist eine der sudanesischen Frauen, die Wegbegleiterinnen bei der Gründung des Kwoho Cultural Center (KCC) im Jahre 1994 waren. Sie ist Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin. Ihre Aktivitäten finden im ganzen sudanesischen Staat statt, besonders aber in der Hauptstadt Khartoum, wo sie bei internationalen Festspielen und Filmwettbewerben vorgestellt werden. Anita bemüht sich eifrig um die Verwirklichung des Friedens und der Liebe und fördert die Menschenrechte, um damit die Lebensbedingungen der Vertriebenen im südlichen Sudan und im ganzen Land zu verbessern.

 

Anita Batris Amiro hatte in ihrem Leben viele Herausforderungen zu bestehen. Ihre Eltern starben, als sie drei Monate alt war. Aber sie überwand die unglücklichen sozialen Umstände und schloss ihre Highschool-Ausbildung erfolgreich ab. Da sie keine finanzielle Unterstützung für das Universitätsstudium erhielt, arbeitete sie 1992 und 1993 als Grundschullehrerin.
Das Kwoto Cultural Center widmet sich der Verbesserung des menschlichen Lebens durch die Kunst. Das Zentrum setzt sich für Frieden und Aussöhnung ein und bekämpft Epidemien wie HIV und Aids. Kwotos Bemühung um kulturellen Pluralismus ist wesentlich für die Verwirklichung der Demokratie im Sudan. Es bemüht sich um besseres Verständnis und Toleranz gegenüber der kulturellen, ethnischen und religiösen Vielfalt im Sudan, die Ursache für Spannungen und Gewalt im Land ist.
In gemeinsamen Bestrebungen mit KCC-Mitgliedern hat Anita dabei geholfen, eine kulturelle Bewegung zu etablieren, die Menschen im Süden des Sudans unterstützt und ihnen die bisher verweigerte Redefreiheit gewährt. Mangel an Demokratie, Toleranz, interkulturellem Dialog und an Achtung der Menschenrechte im Sudan hat den Bürgerkrieg angefacht, der ungefähr zwei Millionen Sudanesen/-innen das Leben gekostet und über vier Millionen vertrieben hat, die ihre Häuser verlassen müssen und unter dürftigen Lebensbedingungen in großen Lagern leben. In dieser Situation hielt es Anita für das Beste, ihr Volk in ihrer eigenen Umgebung zu erreichen. Sie organisierte Tanz- und Gesangsfestivals, um in den Menschen das Bewusstsein für wichtige Themen wie Friedenssicherung und Bekämpfung von HIV und Aids zu wecken. Anita Batris Amiro begegnete bei ihrer Arbeit vielen Schwierigkeiten, die größten waren ihre Reisen in entlegene Gebiete, wo sie, wegen der überaus kritischen Einstellung ihrer Shows gegenüber den Menschenrechtsverletzungen der Regierung, ihr Leben riskierte.

 

Kultureller Pluralismus ist der Schlüssel zur Demokratie im Sudan. Durch Anita Batris Amiros regelmäßige Kunstaktionen werden die Vertriebenen in den Randbezirken von Khartoum mit ihren kulturellen Wurzeln verbunden und lernen, in Harmonie miteinander zu leben.

 

Afrika | Sudan
Kapitel: Kulturelles Verständnis