zur Homepage zur Homepage
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 
 
 

Sirandou Bocoum

«Welch große Freude ist es doch für eine Mutter, ein Kind vor der Verzweiflung zu retten und dafür zu sorgen, dass dieses Kind wieder mit Würde in geregelte Bahnen kommt.»

Association for the Protection of Children and Domestic Workers (Verband zum Schutz von Kindern und Hausangestellten)

 

Sirandou Bocoum (geboren 1945) ist eine Lehrerin, die glaubt, dass Frauen den Kampf fortsetzen müssen, um die Empfehlungen des Pekinger Gipfels von 1995 zu realisieren. Sie erkennt ebenso, wie wichtig es ist, Frauen die Auswirkungen von Entscheidungen über die lokale Entwicklung der Djenné-Region bewusst zu machen. Sie unterstützt mit ihrer Arbeit den Kampf gegen illegalen Kinderhandel sowie die Bildung des Bewusstseins für Frauenrechte.

 

Madame Sirandou, die sich viele Gedanken über die Lage der Kinder und Hausangestellten in Djenné gemacht hatte, kam nicht umhin, Frauen für deren Emanzipation zu aktivieren. Sie erkannte sehr schnell die Notwendigkeit, die Initiative zu ergreifen, um Kinder - insbesondere Mädchen - zu beschützen und zur Schule zu schicken. Heute ist Sirandou Bocoum Leiterin des Verbandes zum Schutz von Kindern und Hausangestellten. Sie wählte das Djenné-Gebiet aus für ihren Kampf um Frauenrechte, da sie erkannte, dass das Gebiet sehr schwach von der nationalen Frauenvereinigung betreut wurde, die ihre Arbeit auf die Hauptstadt Bamako konzentrierte. Djenné ist eine tiefreligiöse Stadt, die die Arbeit von Sirandou und ihrer Kolleginnen nicht unterstützt. Zu Beginn hatte sie große Schwierigkeit, ihre Meinung in einer von Männern dominierten Umgebung zu vertreten. Aber sie ließ sich nicht entmutigen, obwohl sie erkennen musste, dass ihr Kampf anfangs ein einsamer war, aber nicht ein vergeblicher. Sirandou Bocoum nahm Mühe und viele Risiken auf sich, um die Lage der Frauen in Djenné durch die Bildung anderer Frauenorganisationen zu verbessern. Heute wird sie von den Frauen aus der Umgebung, die in ihr eine wichtige Person an der Spitze der lokalen Frauenbewegung sehen, hoch geschätzt. Sie ist eine der seltenen Frauen in der Region, die sich sowohl der Belange der Frauengemeinschaft als auch denen des politischen Lebens annehmen, da sie stellvertretende Bürgermeisterin von Djenné ist - ein Amt, das ihr die Möglichkeit gibt, sich in lokale Entscheidungen, die das Leben der Stadtgemeinde von Djenné betreffen, einzubringen.

 

Diese tapfere Frau arbeitet unter sehr schwierigen Bedingungen, die große körperliche und finanzielle Anstrengungen erfordern. Die Probleme werden in Djenné aufgrund der kulturellen und religiösen Glaubensgrundlagen nur schwer verstanden. Djenné ist eine Stadt, in der die Traditionen stark sind.

 

Afrika | Mali
Kapitel: Wirtschaftliche Rechte und Lebensunterhalt