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Lydia Nyati-Ramahobo

«Lydia Nyati-Ramahobo führt ihre ernsthafte Auseinandersetzung mit Verantwortung, Geduld, Hingabe und Selbstlosigkeit. Sie ist entschlossen, Gleichheit und Einheit mit friedlichen Mitteln zu erreichen.»

Lydia Nyati-Ramahobo (48), geboren in Botswana, erhielt den Master- und Doktorgrad in angewandter Linguistik an der University of Pennsylvania. Sie ist Professorin und Dekanin an der Pädagogischen Fakultät der Universität von Botswana und Mitbegründerin der Kamanakao-Gesellschaft, einer Initiative für sprachliche und kulturelle Rechte des Wayeyi-Stammes, sowie Gründerin von Reteng, einer multikulturellen Vereinigung botswanischer Bürger/-innen. Aufgrund ihrer Bemühungen gründete die Regierung Botswanas ein Komitee zur Revision aller Gesetze, die Nicht-Tswanas diskriminieren.

 

Obwohl der Wayeyi-Stamm über die Mehrheit in Botswana verfügt, wird in ihm eine Minderheitensprache gesprochen. Viele Wayeyi möchten nicht als solche erkannt werden, denn sie werden abfällig als "makoba" (dumme Menschen) bezeichnet. Lydia Ramahobo gehört selbst zu den Wayeyi. Leider hat die Regierung von Botswana die Unterdrückung der Wayeyi sowohl in der Kolonialzeit unterstützt wie auch noch heute.
Lydia beschäftigt sich mit Menschenrechten, hauptsächlich mit sprachlichen und kulturellen Rechten der Nicht-Tswanas. Die Verfassung von Botswana und die Abkommen bezüglich der Stammesführerschaften und Stammesterritorien erkennen nur Stämme an, die Setswana sprechen und schließen 26 andere aus. Dementsprechend beherrscht nur die Setswana-Sprache und -Kultur den öffentlichen Raum. Nicht-Tswanas haben kein Anrecht auf Land und können ohne Entschädigung umgesiedelt werden. Ihre Kinder lernen in der Schule Setswana und Englisch. Ihre traditionellen Stammesführer werden vom House of Chiefs, das zum legislativen Zweig der Regierung gehört, weder anerkannt noch zugelassen. Die Wayeyi konnten sich durch ihre Freiheitskämpfe 1936, 1946 - 48 und 1962 nicht von der Unterdrückung befreien. Nach Lydias Bemühungen gründete die Regierung Botswanas ein Komitee zur Überprüfung aller Gesetze, durch die Nicht-Tswanas diskriminiert werden. Das Ergebnis war, dass das Kulturfest der Wayeyi 2000 begann und das Domboshaba Kulturfest der Kalanja 2002.

 

Wegen der sozialen und kulturellen Diskriminierung mangelt es den Nicht-Tswanas an elementaren sozialen Diensten. Die Mehrheit von ihnen lebt auf dem Land, verarmt, von Krankheiten heimgesucht. Sie sind Analphabeten/-innen und arbeitslos. Wegen ihrer Assimilation in der Tswana-Gesellschaft sind ihre eigenen Sprachen und Kulturen bedroht.

 

Afrika | Botswana
Kapitel: Kulturelles Verständnis